013 Immer gut gestimmt?

EPISODE 013   

Das wohltemperierte oder verstimmte? Klavier

Stimmen übers Stimmen

„…Das Klavier gehört wieder gestimmt…Es stimmt nicht mehr richtig…Morgen kommt der Klavierstimmer….Wann wurde es zuletzt gestimmt?….Das ist schlecht gestimmt…Das Klavier kann man nicht mehr stimmen…“

Die Klavierstimmung ist wichtig – manche Menschen stört ein schlecht gestimmtes Klavier überhaupt nicht, manche Menschen finden sogar ein gestimmtes Klavier falsch gestimmt, es gibt Komponisten die stimmen ein Klavier extra anders als gewöhnlich, der Klavierstimmer, ein versteckter Mitarbeiter der Starpianisten und überhaupt, ein Handwerker- ein Musiker –

Ja, viel zu reden über die Stimmung gibt es, und zu erfahren und zu staunen, und hoffentlich auch zu hören…

Stimmung ist nicht gleich Stimmung  -musikalisch mathematische Formeln

Wie Komponisten unserer Gegenwart mit Tonsystemen auf Tasteninstrumenten umgehen.

Der Komponist Alexander Moosbrugger und Hinweise zu Musik desselbigen mit dem Focus auf verschiedene Stimmungen und historische Bezüge

http://moosbrugger.info/komposition/

http://www.kulturzeitschrift.at/kritiken/musik-konzert/ein-ereignis-mit-seltenheitswert-2013-werke-von-alexander-moosbrugger-waren-im-vorarlberg-museum-zu-hoeren

04.05.2015 | Silvia Thurner …Im Mittelpunkt stand die Tastentrilogie „Charlotte Dualé, Maria Dabow, Stefanie Kägi“. ..Unterschiedliche Stimmungen der Truhenorgel und des Clavichords (Keiko Shichijo) wurden im zweiten Teil in Beziehung zueinander gestellt. Der Komponist Marc Sabat hatte zuvor die Instrumente in akribischer Feinarbeit nach Neidhard „Große Stadt“ und mitteltönig gestimmt. Die Musik forderte

die ganze Aufmerksamkeit ein, denn der filigrane Klang des Clavichords wirkte im Vergleich zum robusten Klang der Truhenorgel wie ein Schatten. Nicht sofort gelang es mir, mich darauf einzustellen und so entfaltete sich in meiner Wahrnehmung das sehr fein gewebte Stimmengeflecht erst allmählich. Gerne hätte ich dieses Werk noch einmal gehört, um die außergewöhnlich subtilen Tonverhältnisse nachvollziehen zu können. Leichter zugänglich wirkte der dritte Teil „à quatre mains“ in der temperierten Stimmung des Bösendorfer-Flügels.

https://ignmooe.wordpress.com/2014/04/15/zahl-zeichen-klang/

…Uraufgeführt werden ein Trio in vier Sätzen von Marc Sabat, das aus einer spezifischen Gitarrenskordatur heraus empfunden ist, sowie der zweite Part von Moosbruggers Trilogie für Synthesizer/Tasteninstrumente – Teil des kompositorischen Ideensatzes sind darin Kommata von Intonationssystemen…

http://www.oenm.at/konzerte/zyklus17_18/zyklus_1/

Alexander MOOSBRUGGER

Schlechte Stimmung (UA) für Ensemble

Auftragswerk des œnm

…So breit das Spektrum musikalischer Genres in unserem Kulturkreis auch sein mag, eine grundsätzliche Gemeinsamkeit scheint ganz selbstverständlich hingenommen zu werden: dass die Oktave in zwölf gleiche Tonabstände unterteilt wird. Erst in jüngerer Zeit gerät wieder ins Wanken, was für unser Musikverständnis lange, doch mitnichten schon immer die allgemeine Grundlage war. Denn keines der Intervalle, mit denen wir die Oktave unterteilen, kann für sich Naturgesetzlichkeit beanspruchen. Alle musikalischen Stimmungen sind folglich hochentwickelte Artefakte, die in anderen Kulturen ganz unterschiedliche Gestalt angenommen haben. Alles, was Musik auszudrücken vermag, bewegt sich letztlich in den strukturellen Grenzen ihrer Stimmung.

Inzwischen stellen sich Komponistinnen und Komponisten wieder dieselben Fragen, die erstmals zu Beginn der Neuzeit auftauchten, als die abendländische Mehrstimmigkeit erwachsen geworden war. In der Renaissance verschob sich das kompositorische Interesse weg vom linearen Denken der mittelalterlichen Meister hin zum harmonischen. Das neue kompositorische Bedürfnis, sich auf einer Klaviatur durch möglichst viele Tonarten zu bewegen, erforderte harte Kompromisse mit den Naturtonverhältnissen. So wurde unsere heutige Lösung der gleichstufigen Stimmung zwar schon bald gefunden. Man empfand sie jedoch seinerzeit als klanglich ausgesprochen unbefriedigend, schon weil in ihrer totalen Konsequenz alle Tonarten gleich klingen….

Marc Sabat und Wolfgang von Schweinitz haben durch ein komplexes Vorzeichensystem die Naturtonreihe kompositorisch verwendbar gemacht. Befreit von den Kompromissen der wohltemperierten Stimmung, treten die schroffen Modulationen von Bachs Ricercar aus dem Musikalischem Opfer offen zutage….

http://www.marcsabat.com/

Georg Friedrich Haas: limited approximations (Konzert für 6 Klaviere im Zwölfteltonabstand und Orchester)

https://www.youtube.com/watch?v=BoqvGLdjUhE

Ab Minute 26 Klavierstimmung gut hörbar

Georg Friedrich Haas im Gespräch mit SWR2 Musikredakteur Bernd Künzig

https://www.swr.de/swr-classic/donaueschinger-musiktage/programme/2010/werke/mikronintervalle-und-obertoene/-/id=6417776/did=6918242/nid=6417776/z888iz/index.html

Pierre-Laurent Aimard – Der Pianist und sein Klavierstimmer 

Pierre-Laurent Aimard und Stefan Knüpfer im Gespräch

https://www.youtube.com/watch?v=VqMYxTwOTyg

Gespräch zur Tongestaltung bei PIANOMANIA

https://www.youtube.com/watch?v=r7zMaijjjAA

Scenes from PIANOMANIA

https://www.youtube.com/watch?v=MA3E1G6qKFQ

STIMMUNGEN

Geschichte der Stimmungen mit Hörbeispielen

  • Einführung
  • Musik und Mathematik
  • Pythagoreische Stimmung
  • Mitteltönige Stimmung
  • Werckmeister Stimmung
  • Wohltemperierte Stimmung
  • Gleichtemperierte Stimmung
  • Keine reine KLAVIERstimmung
  • Was ist eine Schwebung?
  • Schwebende Intervalle

http://www.praeludio.info/stimmungen.html

Stimmungssysteme

http://www.portativ.net/index.htm?stimmung.htm

Reine Stimmung: Joachim Mohr Mathematik Musik Delphi

http://kilchb.de/einfuehrung.php

Für Neugierige Ohren

https://www.nzz.ch/feuilleton/collegium-novum-zuerich-fuer-neugierige-ohren-ld.1300298

… Beim hierzulande wenig bekannten Tschechen Krejčík kommt noch dazu, dass es sich bei seiner Komposition «Das wohldetemperierte Vibrafon» um eine Uraufführung handelte, entstanden im Auftrag des Collegium Novum…Krejčíks Werktitel spielt natürlich auf Bachs «Wohltemperiertes Klavier» mit seiner Voraussetzung der gleichschwebenden Stimmung an. Im Unterschied dazu hat Krejčík ein «detemperiertes» Vibrafon entwickelt, bei dem die einzelnen Töne mittels einer mechanischen Apparatur beliebig nach oben und nach unten verschoben werden können. In allen drei Sätzen kommt das von Julien Mégroz gespielte Mikrotonvibrafon mit Glissandi und «verstimmten» Tönen deutlich hörbar zum Einsatz.

Jan Krejčik: “Das wohldetemperierte Vibraphon” für Mikroton-Vibrahon (Cofon) und Ensemble (2017) von Collegium Novum Zürich

https://soundcloud.com/cnz_ch/jan-krejcik-das-wohldetemperierte-vibraphon-fur-mikroton-vibrahon-cofon-und-ensemble-2017

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