H012 Vögel in der Neuen Musik


Vögel werden mit Luftraum in Verbindung gebracht. Mit Freiheit. Mit Tschiep. Der Klang der Vögel begleitet uns. Wir hören uns an, wie Vögel den Einzug in die Neue Musik finden und besprechen das mit vielen Klangbeispielen.

Die Youtube-Links findet ihr in unserem Youtube-Horch-NeueMusik-Kanal.

Episode 012        Neue Musik von und mit Vögeln

Ratsmal durch Hörbeispiel LIVE – Worum geht es in Episode 012?

Hans – Martin Linde aus Music for a Bird ( 1968 )

Agnes Dorwarth aus Vogelbuch (1996)

Verweis auf Vogelprotokoll und Interview mit Josefine Episode 010

LIVE Vogellockrufpfeifenklänge

Vogelnaturstimmen

Nachtigall

Spatz

Amsel

Singdrossel

https://www.youtube.com/watch?v=IhEHsGrRfyY

Olivier Messiaen – Le Merle noir (The Blackbird) [Kenneth Smith, Matthew Schellhorn] 1952

 

Olivier Eugène Prosper Charles Messiaen
10.12.1908 – 27.04.1992

Er hat das Unmögliche gedacht und damit ein musikalisches Werk von einzigartiger Größe und Vielfalt geschaffen. Olivier Messiaen ließ in seiner Musik Vogelstimmen und indische Rhythmen erklingen, er integrierte den süßen Klang der elektronischen Ondes Martenot in seine Orchesterstücke und versuchte die Unendlichkeit des Sternenhimmels musikalisch einzufangen.

Messiaen hat daraus seinen ganz unverwechselbaren Stil kreiert. Vom “Quatuor pour la fin du temps” und der “Turangalîla-Symphonie” über die großen Klavier-, Orgel- und Orchesterwerke bis hin zu seiner monumentalen Oper “Saint François d’Assise” sind fast alle Werke Messiaens zu Klassikern der Moderne geworden, die im Konzertsaal ebenso heimisch sind wie in den Diskographien.

Außerdem war Messiaen ein gesuchter Lehrer, und einige der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts waren seine Schüler, etwa Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis.

…zur Behauptung des Komponisten und hochbegabten Hobby-Ornithologen Olivier Messiaen (1908 bis 1992), nach der Vögel nicht nur die größten Musiker unseres Planeten sind, sondern auch Komponisten und damit schaffende Künstler.

Doch Messiaen, …, ist keineswegs der Erste, der den Vögeln einen bedeutenden Platz in der menschlichen Kunst einräumt und sie als unsere Vorbilder oder sogar Lehrer bezeichnet. Der griechische Philosoph Demokrit glaubte, wir hätten das Singen dem Schwan und der Nachtigall abgelauscht, moderne Komponisten wie Heinz Tiessen (1887-1971, Werke wie Die Amsel , Die Amseln haben Sonne getrunken ) haben mit Entschiedenheit das Kompositionstalent von Singvögeln hervorgehoben. Und Messiaens Zeitgenosse Gottfried Benn behauptete gar, dass es Schwalben waren, die ihm den Rhythmus und die Themen seiner Lyrik vorgesungen hätten.

Text:FAZ 10.12.2008

GESTORBEN: Olivier Messiaen – DER SPIEGEL 19/1992

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9278112.html

Vogelpredigt vom Bariton – DER SPIEGEL 49/1983

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024367.html

Vogelstimmen in der Musik – Zwitschernde Künstler

http://www.deutschlandfunkkultur.de/vogelstimmen-in-der-musik-zwitschernde-kuenstler.2177.de.html?dram:article_id=318862

Drei Komponisten stehen exemplarisch für den nachdrücklichen und vielfältigen Einsatz von Vogelstimmen in der jüngeren Geschichte der Ernsten Musik. Eine klangliche Vogel-Spurensuche passend zur Vogelwoche im Deutschlandradio Kultur.

Olivier Messiaen: “Abîme des oiseaux”

Die Qualen des Gefangenlagers konnte Olivier Messiaen, der im Mai 1940 als Mitglied eines Militärorchesters in Kriegsgefangenschaft geriet, in Kreativität umwandeln: Er schrieb über die Offenbarung des Johannes, über das Ende der Welt – doch der Beginn der Ewigkeit war für ihn kein abschreckender, sondern ein tröstender Gedanke. Der Vogel – die Solo-Klarinette – scheint bei ihm Melancholiker zu sein: eher sehnsüchtig als klagend.

Abîme des oiseaux Florent HÉAU – REMUSICA 2004

https://www.youtube.com/watch?v=3UwLWvjBcj4

John Cage: „Bird Cage”

https://www.youtube.com/watch?v=aq6BrQrCajY

Bei einem Spaziergang durch Philadelphia stieß Cage 1972 auf eine Kneipe mit dem Namen „The Bird Cage”. Ein Bierdeckel aus diesem „Vogelkäfig” wurde zur Grundlage des gleichnamigen Stückes, für das er innerhalb von nur zwei Wochen Vogelstimmen aufnahm und sie dann mit Alltagsgeräuschen wie Zähneputzen, Nase-Schnäuzen und auch seiner eigenen Stimme mischte, um – wie er sagte – „die Vögel weniger lächerlich erscheinen zu lassen”.

Wo Messiaen die unendliche Freiheit der Vögel und die Vielfalt ihrer Stimmen feiert, hat der Cage-Ansatz also etwas viel Verspielteres. Er lässt bei „The Birdcage” einen Raum entstehen, „in dem Menschen sich frei bewegen und Vögel frei fliegen können”: Zwölf Tonbänder, in einem Raum verteilt, mit verschiedenen Klangquellen, die eine Art akustischen Vogelkäfig entwerfen – Freiheit in klar definierten Grenzen also.

Einojuhani Rautavaara: „Cantus Arcticus” (1972)

Concerto for birds and orchestra 

https://www.youtube.com/watch?v=TO3YRZWLvQo

UND NOCH EIN LINK UND NOCH EIN LINK

https://geraldfiebig.wordpress.com/2017/04/15/gruenstreifen-klang-und-rauminstallationen-von-klonk-tine-klink-gerald-fiebig/

https://geraldfiebig.wordpress.com/2017/06/18/klonk-for-the-birds-cd/

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